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Bild: proDente e.V./Kierzkowski

Zusammenhänge: Zucker und Depressionen

Das Ergebnis einer Studie ist oft abhängig von der Fragestellung, genauer: Untersucht wird in der Regel ein ganz bestimmter Zusammenhang. Das bedeutet nicht, dass nicht auch – beispielsweise – eine umgekehrte Fragestellung möglich wäre und vielleicht beide Ergebnisse zusammengenommen noch wertvoller sind. Was so kompliziert klingt, lässt sich an einer aktuellen Studie gut demonstrieren: Britische Forscher stellten sich jüngst die Aufgabe, herauszufinden, ob Menschen, die viel Gezuckertes konsumieren, ein höheres Risiko für Depressionen haben. Dazu haben sie immerhin Daten von rund 180.000 Teilnehmern einer britischen Medizinischen Datenbank mit Hilfe spezieller Biomarker ausgewertet, die Aufschluss gaben über das Ernährungsverhalten einerseits und Gesundheitsbelastungen andererseits. Im Ergebnis zeigte sich, dass diejenigen Menschen, die einen eher hohen Zuckerkonsum aufwiesen (von den Forschern als „Naschkatzen“ bezeichnet), im Vergleich zu der Vergleichsgruppe mit gesunder Ernährung ein höheres Risiko für Depressionen aufwiesen. So gelesen könnte man also meinen: Wer viel Zucker zu sich nimmt, bekommt eher eine Depression als Fans von Salaten und Gemüsen. Man kann sich die Frage aber auch umgekehrt stellen, was vor ein paar Jahren eine Wissenschaftler-Gruppe einer kalifornischen Universität gemacht hat: Sie fragten sich, ob Depressive mehr Gezuckertes konsumieren als Nicht-Depressive – und in der Tat bestätigte sich die Erwartung. Jeder schwerer deren Depression war, umso höher der Zucker- und Schokoladen-Konsum. Zusammengenommen zeigen beide Studien jedenfalls sehr deutlich, dass Zucker und Depression in Zusammenhang stehen. Nur das Wie ist noch offen, denn die Grund-Frage, ob Zucker eine Depression verschlimmert oder vermindert, ist noch nicht klar beantwortet. Der Volksmund hat dazu eine klare Meinung: Schokolade kann trösten, heißt es. Ob dieser Trost auf der biologischen Ebene alles erleichtert oder gar verschlimmert: Dies zu klären, steht jetzt auf dem Aufgabenblock der Wissenschaft.

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