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Bildquelle: proDente e.V./Kierzkowski

Diabetes und Implantate: aktueller Stand

Im Rahmen der Leitlinien-Konferenz der wissenschaftlichen Deutschen Gesellschaft für Implantologie (DGI) Ende März, traditionell in Hameln, stand auch die Aktualisierung der Diagnose- und Therapieverfahren bei einer Implantatplanung für Patienten mit einem Diabetes mellitus auf der Arbeitsliste. Das Resümee der Leitlinienkonferenz, an der 17 unterschiedliche wissenschaftliche Fachgesellschaften nicht zuletzt aus dem medizinischen Sektor beteiligt waren: Auch wenn das Setzen von Implantaten bei Vorhandensein eines Diabetes mellitus immer mit gewissen Grundrisiken einhergeht, ist eine Implantation heute auch für diese Patientengruppe ein sicheres und vorhersagbares Verfahren. Rund 40 neue Studien zur Thematik wurden geprüft und führten schließlich zur Aktualisierung der bestehenden Leitlinie zu Diabetes und Implantaten. Ergebnis der Studienbewertung war beispielsweise, dass bei Diabetikern das Risiko der Entstehung einer Periimplantitis (Entzündung des Gewebes um das Implantat) im zeitlichen Verlauf anzusteigen scheint: Entsprechend, so die Leitlinie, sollte dies beim Aufklärungsgespräch bereits angesprochen werden, verbunden mit dem Hinweis, dass eine spezielle Nachsorge daher notwendig ist. Nach wie vor relevant und aktuell untermauert ist die Folge eines schlecht eingestellten Diabetes auf das Heilungsgeschehen, bei Implantaten auf die Einheilung: Das Gesunden des Gewebe erfolgt verzögert. Mehr als bisher im Blick der Wissenschaft: bisher nicht erkannte Vorstufen eines Diabetes mellitus. Neben den rund 11 Millionen Menschen mit identifiziertem Diabetes hierzulande werden rund 2 Millionen weitere Bundesbürger vermutet, deren Erkrankung nicht erkannt ist – die aber bereits Vorzeichen haben. Da viele dieser unentdeckten Diabetes-Erkrankten in der Folge einen behandlungsbedürftigen Zustand entwickeln, mache es Sinn, so die Teilnehmer an der DGI-Leitlinienkonferenz, vor einer Implantatbehandlung auch sicherheitshalber mögliche erste Diabetes-Symptome zu erfragen und eventuell zur Abklärung an den Hausarzt zu überweisen.

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